Glossar

Das Ökosystem Offene Wissenschaft und Innovation ist komplex und vielfältig. Auf unserer Glossar-Seite erläutern wir die wichtigsten Begriffe.
Einen umfassenden Überblick über relevante Bereiche der Open-Welt bietet auch Das ABC der Offenheit von Wikimedia und der Open Knowledge Foundation Deutschland.

  • Co-Design

    Bezeichnet die Einbindung verschiedener Akteur:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und/oder Gesellschaft in Entstehungsprozesse, z.B. in sog. Multistakeholder-Prozessen. Hierdurch können gesellschaftliche Bedürfnisse frühzeitig wahrgenommen und integriert werden und Konsens über die Ziele und Abläufe der Prozesse zwischen den Beteiligten erzeugt wird.

  • Crowdsourcing

    Bezeichnet die Einbindung externer Wissensgeber:innen, um durch Nutzung unterschiedlicher Kompetenzen und Kenntnisse schneller kreative Lösungen zu finden. Das Anzapfen der „Schwarmintelligenz“ wurde ursprünglich in der Softwareentwicklung genutzt, und findet inzwischen auch in der Wissenschaft Anwendung durch Einbeziehung von Bürger*innen (Citizen Science) oder bei der Begutachtung von Forschungsarbeiten (Open Review).

  • Multistakeholder-Prozess

    Bezeichnet die Entwicklung eines Produktes oder Services unter Einbindung verschiedener Akteur:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und/oder Gesellschaft, z.B. in Co-Design Prozessen.

  • Offenes Innovationssystem

    Beinhaltet für uns, dass Menschen, Kultur und Technologie aufeinander treffen und interagieren, um Kreativität zu fördern, Erfindungen anzustoßen und Innovationen über wissenschaftliche und technologische Disziplinen hinweg sowie im öffentlichen und privaten Sektor zu beschleunigen. Die grundlegenden Prinzipien dabei lauten Ko-Existenz, Ko-Evolution und Ko-Spezialisierung.

    *zitiert nach Schütz et al. 2019 in „Innovation Ecosystem Strategy Tool“ nach Carayannis und Campbell 2009 in „Mode 3′ and ‚Quadruple Helix‘: toward a 21st century fractal innovation ecosystem“

  • Open Access

    Ist der öffentliche Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen. Damit ist es allen anderen möglich, den Inhalt der Publikation anzueignen und darüber hinaus zu verwerten und zu verändern, wenn die Lizenzbestimmungen dies zulassen.

  • Open Content

    Als freie, bzw. offene Inhalte bezeichnet man Inhalte, deren kostenlose Nutzung und Weiterverbreitung urheberrechtlich erlaubt ist. Dies kann nach Ablauf von gesetzlichen Schutzfristen zutreffen, so dass ursprünglich geschützte Werke als gemeinfrei gelten. Alternativ werden Inhalte als frei bezeichnet, wenn Urheber:in oder der Inhaber:in die vollumfänglichen Nutzungsrechte eines Werkes unter eine freie Lizenz gestellt hat.

  • Open Data

    Umfasst die öffentliche Nutzung von Daten, wie sie z.B. durch Behörden, Forschung oder Unternehmen produziert werden. Dabei sind die Daten niemals personenbezogen und nicht Teil von kritischer Infrastruktur, sondern dienen der Transparenz und gesellschaftlichen Integration aller Akteur:innen. Barrierefreier Zugang in strukturierter und maschinenlesbarer Form oder über eine offene Schnittstelle ermöglicht ihre Weiterverarbeitung und- verbreitung. In der Wissenschaft finden dafür die FAIR Prinzipien Anwendung (Findable, Accessible, Interoperable und Reusable).

  • Open Design

    Behandelt die gemeinschaftliche Entwicklung und Herstellung von Produkten. Die Open Design-Bewegung hat viele Ähnlichkeiten mit der Open Source-Bewegung und stellt ihre Entwürfe frei zugänglich zur Verfügung, meist auch zur freien Bearbeitung.

  • Open Educational Resources

    Sind Lern- und Forschungsressourcen, die inhaltlich frei zugänglich sind und von anderen zum Zwecke der Bildung genutzt, vervielfältigt, neu zusammengestellt und verbreitet werden können.

  • Open GLAM

    Beschreibt die Anstrengungen von Kulturinstitutionen ihre Inhalte frei zugänglich zu gestalten. Es handelt sich dabei v.a. um Öffentliche Sammlungen, Bibliotheken, Archive und Museum (Galleries, Libraries, Archives, Museums).

  • Open Government

    Öffnet die Prozesse von Politik und Verwaltung der Öffentlichkeit, um so für weniger Bürokratie, mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung zu sorgen.

  • Open Government Data

    Steht für freien Zugang zu Datensätzen von Verwaltungen, Regierungen, Gerichten und Behörden, um zum einen Regierungs- und Verwaltungshandeln transparent zu machen oder um mit Unternehmen und Bürger*innen datenbasierte Innovationen für den öffentlichen Sektor zu entwickeln.

  • Open Innovation

    Ist die Öffnung von Organisationen anderen Akteur:innen gegenüber um externe Innovationsquellen in die eigenen Innovationsprozesse einzubeziehen und unbekannte interne Innovationsquellen offen zu legen. Open wird hier auf die Organisation und den Prozess, und nicht den Inhalt an sich, bezogen. Inhalte und Ergebnisse aus Open Innovation-Prozessen sind im unternehmerischen Kontext meist nicht frei zugänglich.

  • Open Innovation in Science

    Ist das grundlegende Verständnis der Prinzipien offener und kollaborativer Praktiken, die entlang des gesamten Prozesses der Generierung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und deren Umsetzung in Innovationen Anwendung finden.

  • Open Knowledge

    Betrachtet Wissen als in Werke wie Fotos, Musik, Literatur oder Filme, aber auch Daten(-banken) und Informationen eingelagerter Inhalt. Dieses „offene Wissen“ wird der gesamten Gesellschaft zur Verfügung gestellt damit ein Wissenstransfer zwischen gesellschaftlichen Sektoren (Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft) möglich wird und gemeinsam neues Wissen entstehen kann.

  • Open Methodology

    Steht für die Dokumentation der Methoden und Arbeitsprozesse bei der Generierung von Forschungsergebnissen. Die Beschreibung des Vorgehens soll die Reproduzierbarkeit von Ergebnissen gewährleisten.

  • Open Practices

    Open Practices zeigen sich in einer bestimmten Art von Methoden und Routinen, die spezifische Fertigkeiten und Fähigkeiten sowie offen geprägtes Denken und Handeln bedürfen.

  • Open Science

    Bezeichnet die Öffnung des wissenschaftlichen Forschungsprozesses um es anderen Akteur:innen zu ermöglichen die erhobenen Daten selbständig zu nutzen und zu verbreiten, Forschung zu unterstützen und transparenter zu machen. Konzepte wie Open Access (freier Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen) und Open Data (Weiterverwendung von Daten) tragen dazu bei, dass Forschung und Erkenntnis besser für die Gesellschaft nutzbar gemacht werden kann.

  • Open Source

    bezieht sich auf Inhalte, deren Verbreitung und Nutzung urheberrechtlich für andere gewährleistet sind. Inhalte sind z.B. Fotos, Musik, Literatur oder Filme, aber auch Daten(-banken) und Informationen. Dieses „offene Wissen“ wird der gesamten Gesellschaft zur Verfügung gestellt, damit ein Wissenstransfer zwischen gesellschaftlichen Sektoren (Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft) möglich wird und gemeinsam neues Wissen entstehen kann. Open Source bezeichnet im engeren Sinn Software mit frei zugänglichem Quelltext, die je nach Lizenz von Dritten geändert und weiter genutzt wird, und schließt im weiteren Sinne Wissen und Informationen im Allgemeinen ein.

  • Openness

    In Forschung und Innovation umfasst sowohl eine Kultur der Zusammenarbeit im Sinne eines Open Mindset (einer Philosophie), als auch eine strategische Planung (Strategische Öffnung) sowie konkrete Offene Praktiken (Open Practices).

  • Prinzipien von Openness

    Openness folgt zentralen Prinzipien, die den wichtigsten Verhaltensweisen und Praktiken zugrunde liegen. Sie sollten nicht als starres Set an Grundsätzen, sondern vielmehr als Orientierungsrahmen betrachtet werden.

    Zu den Prinzipien einer Kultur der Offenheit gehören:

    • Vielfalt und Inklusion,
    • Transparenz und Zugänglichkeit
    • Teilen, Wiederverwendung und Nachhaltigkeit
    • Überprüfbarkeit
    • Fairness
    • Agilität und Iteration
    • Fehlertoleranz und kontinuierliche Verbesserung
    • Nutzer*innen- bzw. Menschenzentrierung
    • Multiperspektivität
    • Partizipation
    • Wirkungsorientierung
    • Kooperation und Kollaboration
    • Multidisziplinarität
    • Ganzheitlichkeit
    • Tolerieren von Unsicherheit und Scheitern
    • Kreativität
  • Strategische Öffnung

    Bzw. „Open by Design“ meint die bewusste Abwägung der Integration oder des Abflusses von Wissen entlang des Wertschöpfungsprozesses. Sie berücksichtigt und lotet gleichermaßen Chancen und Potenziale sowie Grenzen und Schutzräume aus.

    Strategische Öffnung umfasst eine Schaffung von Anreizen, Kompetenzen, Strategien, Strukturen und Prozessen und fußt auf einer offenen Kultur.